Die Kunst, Ideen zu riskieren
Wie viele Versuche hat Edison unternommen, bevor ihm ein Licht aufging und das Produkt marktreif war? 9.000. Scheitern als Chance, Irren ist menschlich: Geflügelte Worte und historische Beispiele gibt es reichlich zum Thema „Lernen aus Fehlern“.
Und doch herrscht heute allenthalben der Anspruch, perfekt zu sein; gleich beim ersten Versuch muss ein Bestseller herauskommen, nichts ist schlimmer als ein Flop. Dumm nur, dass Überforderung und Selbstvorwürfe die Lust am Kreativsein blockieren.
Ideen-Wettbewerbe sind daher nur die eine Seite einer unternehmerischen Innovationsstrategie – und was passiert mit den Verlierern? Bei Tata gewinnen auch sie!
Der indische Weltkonzern beackert eine riesige Bandbreite an Geschäftsfeldern; vom Teebeutel bis zu Blockheizkraftwerk gibt es laufend neue Produkte zu entwickeln oder bestehende zu verbessern. Am jährlichen Innovationswettbewerb des Unternehmens haben sich letztes Mal 1.700 Teams beteiligt. Wodurch aber wird Tata für seine Mitarbeiter erst zu einem wahren Eldorado der Selbstverwirklichung?
Dadurch, dass es Fehlschläge extra belohnt. Bei Tatas Wettbewerb gibt es einen Preis mit dem Titel „Dare to try“, für Teams, die einen ernsthaften Versuch gewagt haben … auch wenn das Produkt dann leider doch nicht marktfähig war.
Auf diese Weise verhütet Tata, dass Frust aufkommt – indem es Versagensangst abbaut, erhöht es die Chance auf echte Volltreffer. Der Seriengründer und Investor Morton Lund würde dem übrigens zustimmen – er dokumentiert mit Vergnügen seine persönlichen Debakel – und wie er wieder aufgestanden ist.
Einen spannenden Blick wirft auch Jessie Scanlon auf Tatas Innovationswettbewerb, ihr Artikel für Businessweek enthält auch ein Video-Interview mit dem Tata-Qualitätsmanager Sunil Sinh.
Wie kann also Versagensangst und Perfektionsdenken bei der Ideensuche abgebaut werden? Welche Ansätze gibt es hierzu in anderen Unternehmen?
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