Immer reichlich frische Ideen: Wie Google innovativ bleibt
Google gilt als eine der innovativsten Firmen der Welt. Was unterscheidet sie von jenen Unternehmen, die im selben Zeitraum entstanden, aber nie über ihre ursprüngliche Geschäftsidee hinauskamen? Unternehmen, die vielleicht schon längst in Vergessenheit geraten sind? Wie schafft es Google, seit mehr als einem Jahrzehnt den Geist der Innovation wachzuhalten?
In der Rubrik Think Quarterly des im März 2011 gestarteten Online-Magazins Think with Google beschreibt Susan Wojcicki, Senior Vice President of Advertising, die acht „Säulen“, auf denen die Innovationskraft des Konzerns beruht.
1. Eine bedeutende Aufgabe
Eine Aufgabe ist das A und O. Bei Google lautet sie „alle Informationen der Welt zu gliedern und sie allgemein zugänglich und nutzbar zu machen“. Diese „Mission“ dient als Richtschnur für alle Aktionen und Entscheidungen. Allen Mitarbeitern soll es möglich sein, sich mit dieser Aufgabe zu identifizieren und sie zu erfüllen.
2. Groß denken, klein beginnen
Ganz gleich wie ambitioniert ein Projekt ist, irgendwo muss damit angefangen werden. Also: Ärmel hochkrempeln und loslegen!
3. Nach und nach innovativ statt gleich perfekt
Was ist das Beste an Webprojekten? Sie lassen sich überarbeiten. Oft überarbeiten. Wie die AdWords, die 1999 keine Seele anklickte. Seitdem haben die Entwickler eine Version nach der anderen auf den Weg geschickt. Nach jedem Release haben sie die Anwender bei der Benutzung beobachtet und die daraus resultierenden Einsichten bei der Weiterentwicklung berücksichtigt.
4. Ideen an jeder Ecke
Die besten Ideen kommen beim Quatschen. Deshalb sind Teeküchen und Flurecken als kreative Brutstätten zu betrachten. In der Google-Zentrale wurde einmal ein Whiteboard für Ideen angebracht. Dort notierte eines Freitagsabends ein Ingenieur ein Problem mit dem Anzeigen-System, das ihn beschäftigte. Noch am selben Tag haben ein paar Mitarbeiter spontan begonnen den Algorithmus umzuschreiben; am folgenden Dienstag war das Thema erledigt.
5. Austausch über alles
Das vierteljährliche Schreiben des Google-Vorstands geht an alle 26.000 Mitarbeiter. Die bei der Vorstandssitzung gezeigten Präsentationsfolien sind eins zu eins bei einer Gesamtmitarbeiterversammlung zu sehen. Das Diskutieren und Neuinterpretieren von Ideen ist bei Google ausdrücklich erwünscht. Die Tatsache, dass es keine Einzelbüros gibt, trägt zum regen Austausch bei. Wenn sich Teams schnell etwas zurufen können, verbinden sich unterschiedliche Einfälle leicht zu neuen Produktideen.
6. Fantasie als Zündfunke, Daten als Treibstoff
Menschen, die daran glauben, dass das Unmögliche wahr werden kann, werden bei Google gern eingestellt. Einer dieser Menschen, Sebastian Thrun, möchte dazu beitragen, dass es künftig weniger Verkehrstote gibt. Dazu entwickelt und testet er fahrerlose Autos auf der kurvigsten Straße San Franciscos. Manche würden es unter Träumerei abhaken, bei Google gibt es Raum für abwegige Gedanken – 20 Prozent der Arbeitszeit sind offiziell fürs Fantasieren und Rumspinnen reserviert. Und tatsächlich entstehen viele neue Produkte genau in diesen Phasen.
7. Bühne für die Ideen anderer
Es gibt unglaublich innovative Ideen auf dieser Welt. Google versteht seine Plattform als Grundlage, auf der Menschen mit ihren einzigartigen Fähigkeiten, Perspektiven und Leidenschaften neue Produkte und Anwendungen aufbauen können. Das geht nur mit offenen Technologien.
8. Fehlermachen ist erwünscht
Google ist bekannt für seine Erfolge, nicht für seine Flops. (Und Flops gab es wahrlich genug.) Wer weiß, dass er auch versagen darf, riskiert leichter einmal etwas. Versagen ist okay, wenn Fehler schnell korrigiert werden und einen Lerneffekt haben.
Fazit: Ein starkes Leitbild schweißt zusammen und gibt die Marschrichtung vor: „Ja“ sagen und der „Nein“-Kultur widerstehen, akzeptieren, die Unvermeidlichkeit von Fehlern akzeptieren und schrittweise vorgehen, bis es passt. So läuft es bei Google.
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