Wo erblickt die nächste Innovation das Licht der Welt? Überall.
Augen auf, Ohren spitzen und Spürsinn anknipsen: Wer über gute Quellen verfügt, ist schon sehr nah dran an der nächsten Innovation. Kluge Unternehmen haben Horchposten in aller Welt, die ihnen fortlaufend wichtige Informationen liefern. Sind diese Posten erst einmal besetzt und aktiviert, gilt es nur noch, ihre Beobachtungen einzusammeln und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
Die klügsten Köpfe anheuern und sie zu Höchstleistung motivieren; ihre Ideen effektiv umsetzen und clever vermarkten – die Zeiten sind vorbei! Die Schlacht um den Geschäftserfolg findet ganz woanders statt, schreibt Braden Kelley in einem Artikel für Blogging Innovation.
Wirtschaftlicher Erfolg wird denjenigen vergönnt sein, die
- das Wissen von Experten-Communitys nutzen;
- technische Trends, Kundenbedürfnisse und örtliche soziale Veränderungen mitbekommen;
- sich so organisiert haben, dass sie auf Ressourcen zugreifen können, die sich ihrer direkten Kontrolle entziehen;
- inmitten all dieser komplexen Zusammenhänge Produktion und Vermarktung immer noch berechenbar und effizient planen und ausführen.
Für diese künftigen Marktführer geht es immer weniger darum, die Konkurrenz in einem ihnen vertrauten Marktumfeld auszustechen. Stattdessen kommt es zunehmend darauf an, dass sie zuvor unbekannte Probleme in immer weitläufigeren Märkten erkennen und lösen.
Ihre Stärke sind weltweite Informationsnetzwerke, die sie aufgebaut und damit betraut haben, aus allen Himmelsrichtungen News zu liefern. Aus dem vielfältigen Input ihres Spähtrupps ergeben sich die innovativen Produkt- und Service-Ideen dieser künftigen Marktführer.
Ideen-Jäger und -Sammler
Welchen Input sammeln und liefern weltweite Informationsnetzwerke?
- Einblicke in das Leben der Kunden; diese können aus Fokusgruppen, privaten Communitys, Studien oder aus der Beobachtung von Pionieranwendern stammen;
- Trends bei den Grundtechnologien;
- Trends bei den angrenzenden Technologien;
- Trends bei ganz anderen Technologien;
- Örtliche soziale Veränderungen (demografische, soziologische politische, wirtschaftliche oder Verhaltens-Trends)
- Sammeln von ebenfalls vernetzten, professionellen Ansprechpartnern aus allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft Experten-Communitys aus allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft
Netzwerk-Aufbau von innen nach außen
Ein globales Informationsnetzwerk wächst von innen nach außen, schreibt Braden Kelley. Er rät, zunächst einmal die vorhandenen Ressourcen eines Unternehmens zu prüfen:
Wo haben die Mitarbeiter bereits Verbindungen? Welche Technologien könnten eine Rolle spielen? Welche Tools und Communitys gibt es schon?
Unternehmen, die bereits Kundeninformationen sammeln, können zum Beispiel damit experimentieren, dass sie diese für alle zugänglich machen.
Am wichtigsten sei es aber, sich im Klaren darüber zu sein, dass Innovation von überall herkommen kann – und deshalb überall hinzuhören.
Studie der OECD bestätigt die Bedeutung globaler Netzwerke
Auch die Initiative Kooperation International des Bundesministeriums für Bildung und Forschung widmet der offenen Innovation in globalen Netzwerken einen Beitrag. Sie verweist auf die Zusammenfassung einer Veröffentlichung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, zu dem Thema.
Kooperation International hebt unter anderem hervor, dass die Studie Zulieferer und Kunden als die begehrtesten Innovationspartner ausgemacht hat und dass der Hauptgrund für Unternehmen, Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen im Ausland anzusiedeln, die Nähe zu großen und wachsenden Märkten sei. Der Diebstahl geistigen Eigentums sei demnach in solchen Netzwerken die größte Gefahr – wobei die kleineren Partner tendenziell den Kürzeren zögen.
Schlussendlich folgert jedoch auch Kooperation International dass Forschungs- und Innovationspolitik künftig auf internationaler Ebene gestaltet werden muss und Vortrieb durch global gespannte Netzwerke erhält.
Seite weiterempfehlen
Drucken