Technologiemonitoring im Überblick: Wer hat die Lösung auf Lager, das Verfahren vorrätig?
Überall auf der Welt entstehen neue Technologien. Welche von ihnen wird das nächste große Ding? Wie sich Technologien identifizieren, beobachten und bewerten lassen, hat das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ergründet.
Die Geschwindigkeit, mit der neue Technologien entstehen, ist atemberaubend. Theoretisch bedeutet dieser riesige Fundus an Innovationen unendlich viele Chancen. Zum einen ist es für deutsche und europäische Unternehmen oft günstiger, zugekaufte Technologien in die eigenen Produkte zu integrieren als sie selbst zu entwickeln. Zum anderen ist das Finden von Anwendungsmöglichkeiten für neue Technologien ein aussichtreiches Geschäftsmodell. Nur: Welche Innovationen gibt es überhaupt und welche taugen etwas?
Mit einer Publikation möchte das Fraunhofer IAO interessierten Unternehmen einen „Werkzeugkasten“ für das Technologiemonitoring an die Hand geben. Gemeint ist damit die Identifikation, Bewertung und Beobachtung von Technologien mit dem Ziel, einegeeignete Technologiestrategie zu entwickelnoder angesichts neuer Herausforderungen dieTechnologieentwicklung und -planung im Unternehmen umzugestalten.
Teils überschneidet sich der Ansatz mit den Konzepten der Technologiefrühaufklärung(Technology Intelligence) und des Technologiescoutings.
Die Broschüre des Fraunhofer IAO gliedert das Technologiemonitoring in vier Phasen.
Phase 1: Relevanter Technologie- oder Anwendungsfelder bestimmen
In dieser Phase wird die Grundlage für ein effizientes und zielgerichtetes Technologiemonitoring geschaffen. Dazu werden vorhandene technische Kompetenzen, bestehende oder abzusehende Erfordernisse, Produktionsanlagen und Trends im Einsatzbereich durchleuchtet und dokumentiert.
Phase 2: Information zu relevanten Technologie- und Anwendungsfeldern sammeln
Nun geht es daran, entscheidende Informationen zu sammeln – und zwar möglichst strukturiert. Die Recherchen beziehen sich auf im Unternehmen vorhandenes Wissen, aber auch externe Informationen. Externe Informationen können einerseits aus formalen Quellen wie Statistiken, Studien und Datenbanken stammen und andererseits ganz informell auf Konferenzen, durch persönliche Kontakte, Expertenrunden oder in Innovation Communitys bezogen werden. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen formalen und informellen Informationen.
Phase 3: Relevante Technologie- und Anwendungsfelder bewerten
Nachdem die Informationen zusammengetragen sind, gilt es festzustellen, welche Rolle die identifizierten Technologie- und Anwendungsfelder für das Unternehmenspielen. Das nun folgende Filtern, Analysieren und Interpretieren geschieht immer in Bezug auf die Technologiestrategie des Unternehmens. Die angewandten Methoden können intuitiv-strukturiert, empirisch, kausal- und systemisch und intuitiv-mathematisch sein – unter Umständen ist es sinnvoll, Fach- oder Methodenexperten hinzuzuziehen.
Phase 4: Ergebnisse kommunizieren
Damit das Monitoring im laufenden Geschäft und in Sonderprojekten seine Wirkung entfalten kann, müssen Erkenntnisse und Strategie in der Gesamtorganisation bekannt sein. Nur wenn Management und Mitarbeiter in den entsprechenden Bereichen im Bilde sind, können sie richtig entscheiden und agieren.Auch Partnerunternehmen, Eigner, andere Unternehmensbereiche oder Interessensverbände sind mögliche Zielgruppen für die Kommunikation.
Methoden für die fünf Ebenen der Technologieentwicklung
Kompetenz, Technologie, Funktionalität, Leistung und Marktsind fünf typische Ebenen im Prozess der Technologieentwicklung. Für jede dieser Ebenen schlägt die Broschüre des Fraunhofer IAO besonders geeignete Methoden vor und erklärt die jeweilige Vorgehensweise anhand von Fallbeispielen.
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