Wo kommen die Ideen her?
Wo und wie entstehen die besten Ideen? Wie können Unternehmen das Wissen der Massen erfolgreich nutzen? Die folgenden drei Ansätze zeigen mit praktischen Beispielen sehr anschaulich, worauf es bei der Ideenfindung ankommt.
Eher Geisteshaltung als Werkzeugkasten
Im Blogartikel „Out in the open“ führt Lucy Douglas aus, dass gemeinnützige Open Innovation Projekte besonders viele Ideen und große Resonanz hervorrufen. So wurden bei einem Ideen-Aufruf eines amerikanischen Getränkeherstellers für Community-Wohlfahrts-Projekte mehr Stimmen abgegeben, als bei der amerikanischen Präsidentenwahl. Aber ganz gleich, ob es sich um ein Non-Profit- oder um ein kommerzielles Projekt handelt: Sowohl Mitarbeiter als auch Konsumenten voll und ganz einzubinden ist die erfolgreichste und effizienteste Form, umsetzbare Ideen zu generieren. Erfolgreiche Innovation basiert auf Kontakten und Verbindungen. „Open Innovation sollte mehr als Geisteshaltung oder Philosophie wahrgenommen werden und weniger als ein Werkzeugkasten“, so Douglas.
Das flüssige Netzwerk und mehr Verbindungen
Den Vernetzungsgedanken bei der Ideenfindung vertieft auch Steven Johnson in seinem Video „Where good ideas come from“. Für ihn ist im wörtlichen und übertragenen Sinn das Café, welches er als „flüssiges Netzwerk“ bezeichnet, das beste Umfeld, um gute Ideen zu entwickeln. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen kommen in entspannter Atmosphäre zusammen und können ohne besonderen Zeitdruck Gedanken austauschen. Im Labor-Meeting entstehen gute Ideen basierend auf Beobachtungen, Fehlern, Austausch und Weiterentwicklungen. Weniger als gemeinhin angenommen entstehen Ideen bei einem Sekunden-Geistesblitz im stillen Kämmerlein. So kam Darwin auch erst über Umwege und Forschungen zu seiner Evolutionstheorie. Dieses und weitere spannende Beispiele für seine Thesen stellt Steven Johnson in seinem Video vor.
Übung macht den Meister – auch bei der Ideenfindung
Für Professor Jeff Dyer entstehen gute Ideen aus den folgenden Aktionen: Fragen stellen, beobachten, vernetzen, experimentieren und die Erkenntnisse verbinden, um daraus Neues zu schaffen. Alle Menschen sollen Experimentieren üben und lernen: Einfach immer wieder bereits Vorhandenenes (geistig oder tatsächlich) zerlegen und neu zusammenbauen, das Ergebnis testen, weiter erforschen und generell Neues ausprobieren. Erfolgreiche Innovation braucht eine Kultur, die dazu ermutigt, viele Fragen zu stellen, die genügend Zeit zur Verfügung stellt, um das Leben und die Umgebung zu beobachten und dabei Netzwerk-Möglichkeiten und Gelegenheiten bietet, Experimente durchzuführen. Er stützt seine Erkenntnisse auf einige anschauliche praktische Beispiele, die er in seinem Video „Think Like an Innovator“ vorstellt.
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