Wie passen Urheberrechte und Open Innovation zusammen?
Wie schaffen es Unternehmen, externes Know-how zu nutzen, ohne dabei zu riskieren, dass sich die Konkurrenz ihres Spezialwissens bemächtigt? Das ist der Kern des heiß diskutierten Themas „Intellectual Property“.
In den vergangenen Jahren galt bei vielen Unternehmen das Credo „no patent, no talk“. Es ist Sinnbild für das Verständnis eines in sich geschlossenen Innovationsprozesses und einer Unternehmenskultur, die sich gegenüber Dritten abgrenzt. Die Botschaft: Wir brauchen keine Hilfe von außerhalb, wir können das schon selbst.
In einer bemerkenswerten Publikation haben sich Keld Laursen und Ammon Salter mit Innovationsleistungen vor dem Hintergrund der Nachahmbarkeit beschäftigt. Sie kamen unter anderem zu dem Ergebnis, dass das Verhalten der Unternehmen in Bezug auf den Schutz ihrer Innovationen sehr kurzsichtig ist.
Die Manager der untersuchten Unternehmen beschäftigen sich zu einem Großteil ihrer Zeit mit dem Organisieren von Rechtsschutzmaßnahmen. Dadurch gerät der wertvolle Informationsaustausch mit Pionieranwendern (lead users), Zulieferern, Kunden und Konkurrenten ins Hintertreffen; durch die Abschottung erfahren die Verantwortlichen nur wenig Interessantes aus anderen Kompetenzbereichen – und verpassen Chancen.
Noch immer stößt das Horten von geistigem Eigentum viel zu selten auf Kritik – und scheint daher ein sicherer Weg zu sein. Doch der Schein trügt: Das verdeutlicht John Steen am Beispiel von Siemens und Proctor & Gamble, die lediglich 10 Prozent ihrer Patente nutzen – für die restlichen 90 Prozent zahlen sie nur Verlängerungsgebühren.
Firmen, die sich in den Berichten wiedererkennen, könnten darüber nachdenken, wie das Verhältnis von Patentnutzung und -haltung zu verbessern ist. Da böte sich zum Beispiel an, die Patente in Communities, mit Partnern, Wunschkunden oder Fokusgruppen zu diskutieren, um herauszufinden, ob sich aus dem Patent etwas machen lässt.
Eine Öffnung gegenüber Dritten ist kein Zeichen von Schwäche.Sie zeigt, dass ein Unternehmen die nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten der Kollaboration erkannt hat und zu nutzen weiß.
Voraussetzung für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist es, sich der eigenen Ziele, Stärken und Schwächen bewusst zu sein. Diese gilt es also festzustellen, bevor es an die Partnersuche geht.
Mike Brown nennt in einem Beitrag sechs Punkte, die besonders am Beginn einer Zusammenarbeit zu beachten sind:
- Strategische Partnerschaften bestehen aus Menschen. Sind die Leute im eigenen Haus schon bereit?
- Es ist ratsam, vorher zu überlegen, was die Beziehung bringen soll.
- Geeignete Partner finden sich, indem möglichst alle wünschenswerten Eigenschaften vorher aufgelistet werden.
- Im gut vorbereiteten Gespräch mit möglichen Kandidaten ist schnell zu erkennen, wo es passt und wo es hakt.
- Kontrollen mit qualitativen und quantitativen Messgrößen helfen beim Bewerten der Zusammenarbeit.
- Im Mittelpunkt sollte das erwünschte Resultat stehen, während bei der Art, wie es erreicht wird, Flexibilität angesagt ist.
Eines ist klar: Die Ära des Zäuneziehens ist zu Ende. Eine Öffnung nach außen signalisiert die Bereitschaft, sich den rasch ändernden Anforderungen der Gegenwart zu stellen. Natürlich ist Open Innovation nicht die Lösung für alles und hat auch ihre Schattenseiten – zum Beispiel den zeitaufwändigen Abstimmungsbedarf.
Zusammenarbeit mit Dritten – welche Hürden gibt es zu überwinden, unter welchen Umständen bringt sie Erfolg?
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Ich denke, dass im
Ich denke, dass im Patentrecht große Veränderungen warten. Zum Einem angetrieben von Open Innovation, andererseits und eher langfristig, durch die zu erwartende Änderung der Position Chinas. China selber generiert unglaublich viele Patente, zudem kaufen viele Chinesische Firmen grade Westliche Firmen auf, die wiederum selber Patente auf innovative Technologien besitzen. D.h. China wird zukünftig selber darauf achten, dass Patentrichtlinien der OECD Staaten etc. eingehalten werden. Die andere Seite bezieht sich auf die wirkungsvolle Nachverfolgung von Patentsrechtsverletzung. Hier ist ein engeres Zusammenspiel von Antitrust, Competition Law und WTO gefragt. Sie sollten ihre Anstrengungen bündeln um ein effektiven Schutz für IPR sicher zu stellen.