Gute Ideen gibt’s ohne Genehmigung

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Google, 3M und HP haben es verstanden: Innovation braucht Planlosigkeit. Die Produktentwickler dieser Weltkonzerne dürfen 15-20% ihrer Arbeitszeit surfen, in der Teeküche quatschen oder Papierflieger falten – weil Ihnen genau dann neue Geschäftsmodelle oder Lösungen für knifflige Probleme in den Sinn kommen.

Ist diese Art von verordneter Gedankenfreiheit der einzig wahre Weg zur Innovation? Nein. Denn Ideen lassen sich nicht aufhalten. Kreativ sind Mitarbeiter auch ohne Zustimmung von höchster Stelle. Michael Schrage, Research Fellow am Massachusetts Institute of Technology (MIT), hält es mit dem Motto: „Besser hinterher entschuldigen als vorher um Erlaubnis zu bitten“. Er ist überzeugt: Ideen finden sich in allen Abteilungen und auf allen Hierarchiestufen. Entscheidend ist, ob jemand sie wahrnimmt und würdigt.

Platz für Innovationen zu schaffen, ist aber leider kein Vorhaben, das sich mit einer Rundmail erledigen lässt. Deshalb verbessern Top-Manager auch heute noch lieber formelle Abläufe, als in Aktivitäten zu investieren, deren Ausgang offen ist und die sich im Vorhinein nur schwer berechnen lassen.

Planen, nachweisen, bilanzieren – in Zeiten von Corporate Governance und feinteiligsten Controlling-Tools wird es immer schwieriger, Zeit für unerlaubtes Denken abzuzwacken – jeder Schritt, jede Produktionspause – und sei sie noch so produktiv – will dokumentiert sein.

Für manche Firmen sind persönliche Freiräume geradezu undenkbar. Sie bezeichnen kreative Entfaltung auch mal als „illegale“ Aktivität, weil damit Geld in nicht formell bewilligte Projekte fließt.

Doch den Erfindergeist von Mitarbeitern zu beschneiden, heißt Millionen zu verschenken. Wer informelle Projekte fördert, handelt bei weitem nicht unwirtschaftlich: Nicht umsonst ist die wissenschaftliche und allgemeine Literatur voll von Geschichten über Top-Innovationen, für deren Entwicklung es damals garantiert keine Projektnummer gab.

Pragmatisch gesehen empfiehlt sich ein Mix aus schweigender Duldung und Anerkennung informeller Projekte. Bestärken sie ihre Intrapreneure und Projektteams, selbständig nach Antworten zu suchen und Lösungen vorzuschlagen, die aus ihrer Sicht funktionieren – es lohnt sich.

Geldverschwendung oder Chance? Was meinen Sie: Wo, wann und wie gedeiht Innovation am besten?

3 KommentareKommentar schreiben
Bild des Benutzers Michael

Manager können sicherlich

Manager können sicherlich viel mehr Potenzial ihrer Mitarbeiter wecken und nutzen, wenn die Mitarbeiter emotional und intellektuell aktiviert werden. Die Manager müssen diese einfach nur um Hilfe bitten. Es gibt sicherlich viele Tools und Methoden, um Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbindung zu aktivieren und auzubauen.
http://www.crowdworx.com

Bild des Benutzers Guido Gallenkamp

Sind Agenturmenschen deshalb

Sind Agenturmenschen deshalb so verdrogt? Weil sie mit Druck nicht kreativ arbeiten können, aber dem zum Trotz stets Druck erhalten?

Auch ein schöner Beitrag dazu: http://www.youtube.com/watch?v=rOkGaj6rnEI

Bild des Benutzers Martin Kitzing

Auch einen schönen Beitrag

Auch einen schönen Beitrag über die "Entstehung von großen Ideen beim Müßiggang" findet man hier http://www.methode.de/dm/km/dmkm001.htm

Bild des Benutzers Anonymous

Ich denke, dass ein gewisser

Ich denke, dass ein gewisser Freiraum für Mitarbeiter und speziell für die Kreativen einfach notwendig ist. Ein schönes Beispiel sind doch die neusten Designentwürfe von Flugzeugen die von Mitarbeitern entworfen wurden, als sie ihrer Kreativität mal uneingeschränkt freinen Lauf lassen durften.

http://reisen.t-online.de/die-zukunft-des-fliegens/id_42908218/index

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