Glückstee und Beruhigungssnack: Es gibt noch massenhaft leckere Ideen!
Täglich tauchen in den Regalen der Supermärkte neue Lebensmittel auf. Um möglichst absatzstarke Produkte zu entwickeln, bedient sich inzwischen auch die Lebensmittelbranche der kollektiven Kreativität.
Neuartige Nahrungsmittel zu „erfinden“ und an den Markt zu bringen, ist ein aufwendiger und teurer Prozess. Deshalb beschränken sich die Hersteller oft darauf, ihre bestehenden Produkte weiterzuentwickeln. Für echte Nahrungsmittel-Neuheiten engagiert sich die Swiss Food Research.
Das Forschungs- und Entwicklungskonsortium unterstützt kleinere Schweizer Lebensmittelproduzenten beim Innovationsprozess. Und es setzt seit 2010 auf Open Innovation, wie Alimenta online berichtet. Ein Feldversuch mit einem Schweizer Intermediär verlief äußerst erfolgreich: Über die Crowdsourcing-Plattform Atizo erhielt die Swiss Food Research an die 550 Vorschläge für neue Lebensmittel.
Die zwanzig originellsten Ideen testete die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften auf verkaufsentscheidende Eigenschaften. Ins Finale schafften es vier Ideen, unter anderem ein Einschlafsnack für Nachtarbeiter, für dessen Prototyp das F&E-Konsortium nun einen Hersteller sucht.
Für den Geschäftsführer von Atizo, Christian Hirsig, ist die Lebensmittelbranche mit ihren kurzen Umsetzungszyklen geradezu für Open Innovation prädestiniert, heißt es in dem Alimenta-Artikel.
Prädikat „von Kunden entwickelt“
Emmi, Cailler, Bell, Bischofszell – an der Kundenliste von Atizo ist zu erkennen, dass inzwischen auch etablierte Unternehmen zumindest einzelne Phasen der Produktentwicklung an die Crowd delegieren. Anregungen für feine Schokoladenkreationen, glücksbringende Eisteesorten und Knäckebrot mit Gruyère-Käse sind nur einige der Innovationen, die so zustande gekommen sind. Besagtes Knäckebrot trägt das Prädikat „von Kunden entwickelt“, wie noch einige weitere Artikel im Sortiment von Migros. Die Schweizer Supermarktkette steht über ihre Kundenplattform Migipedia ohnehin im regen Austausch mit den Verbrauchern.
Um als Trend-Food Karriere zu machen, müssen neue Lebensmittel den Gaumen des Konsumenten anstandslos passieren. Insofern ist es naheliegend, diejenigen um Ideen zu bitten, denen es nachher schmecken soll. Oder sie wenigstens darüber abstimmen zu lassen, ob ihnen bei Steinsalz und Rauchfleisch-Eiscreme das Wasser im Mund zusammenläuft.
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